Über mich

Die persönliche Geschichte mag wenig über den geistigen Kern jedes Menschenwesens hergeben. Sie ist ein Abdruck, eine Einprägung (Charakter=Prägung), eine Variation seines Trägers, eines Individuums. Ihm werden viele Möglichkeiten zu seiner Entwicklung gegeben, die er zur Entfaltung bringen kann – oder auch nicht…

Die Einbettung in eine Landschaft, die familiären Verhältnisse, Freundschaften u.s.w., prägen diesen Charakter mit. Dadurch schafft er unzählige Situationen, Erlebnisse, Freunden, Leiden, kurz Wirkungen in seinem persönlichen Umfeld und arbeitet so auf seine Weise in einer gesellschaftlichen Struktur mit.

Damit ist natürlich nicht zum vornherein das ganze Potenzial ausgeschöpft. Der Weg zur persönlichen Freiheit innerhalb einer Gemeinschaft oder Gesellschaft, zeigt sich in der Biografie eines Menschen als verwirklichte Tat. Ein Abbild dieser Taten zeichnet bestenfalls den individuellen Weg einer Lebensbahn nach. Diese kann durchaus spannend sein, zeigt aber allerlei Umwege, Ecken und Kanten und ist meist alles andere als geradlinig. Sowieso werden allfällige Gesetzmässigkeiten selten oder kaum in der aktuellen Lebenssituation erkannt, sondern, wenn überhaupt, erst viel später. Einige solche Eckpfeiler meines bisherigen Lebenslaufes sollen in Kürze aufgezeigt werden.

Geboren wurde ich Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts in Aarau/CH. Aufgewachsen bin ich in der Provinz ennet dem Bodensee (von Deutschland aus betrachtet), genauer gesagt im schönen Städtchen Bischofszell im Kanton Thurgau, nicht weit von Hölderlins zeitweiligem Aufenthaltsort Hauptwil entfernt, eingebettet in sanfter Hügellandschaft auf urchigem Schweizer Boden. Eine scheinbar heile Welt umhüllte alles.

Der Krieg war vorbei, ein neuer Aufschwung begann die Wunden der grossen Katastrophe langsam wieder zu schließen. Man lebte sich nach und nach in den gewohnten Trott ein. Es wurde viel angeschafft, denn man konnte es sich wieder leisten; Häuser waren noch billig zu haben, ein neuer Wohlstand breitete sich allmählich über das ganze Land aus. In einem solchen, wohl dummen Moment aus heutiger Sicht heraus (im Nachhinein weiss man ja bekanntlich alles immer besser), verkaufte mein Vater anfang der sechziger Jahre unser Haus – ziemlich billig…

Die Familie wechselte den Wohnort/Wohnsitz in der Folge sehr häufig, bis schliesslich in einer 4-Zimmerwohnung in einem Block mit Kino, im Obertor des Städchens, Endstation war. Der Wechsel vom Bauern zum Vertreter für Futtermittelwaren meines Vaters, brachte diese unruhige Zeit mit sich. Meine Kindheit war recht harmonisch. Vier Geschwister begleiteten mich, den Jüngsten der Familie – und umsorgten mich auf unterschiedliche Art und Weise. Der „verwöhnte Jüngste“ würde man sagen. Doch der Maßstab war damals doch ein anderer als heute. Nichts desto trotz verbrachte ich viel Zeit in der Natur, lief von Mai bis September barfuß und verlebte die meiste, noch nicht mit digitalen Medien belastete Freizeit – und verhältnismässig wenigen Hausaufgaben, in den geliebten Wäldern, auf den Wiesen oder beim Fußballspielen.

Nach der Schule begann ein hartes Ringen in der beruflichen Ausrichtung. Der erste erlernte Beruf war schliesslich nicht das erhoffte grosse Glück. Eigentlich wollte ich nach längerem suchen Innenausbauzeichner werden. Im Vorfeld waren es Berufe wie Grafiker, Modedesigner, Lehrer oder auch Fotograf, die mich magisch anzogen. Mein Vater hätte in mir am liebsten einen Landmaschinenzeichner oder Bankkaufmann gesehen. Auf dem Lehrvertrag, den ich bald erhielt, war dieses Wort, Innenausbauzeichner, gestrichen! Darunter stand fein und säuberlich: Hochbauzeichner. So wirkte Schicksal von aussen.
Die Lehre begann zwei Wochen später…

Nach deren Abschluss war Rezession: 70er-Jahre, Bauflaute. Also konnte ich irgendwo für einen Hungerlohn als Hochbauzeichner einsteigen. Finanziell etwa gleich gestellt, war ich mit dem Entscheid, noch eine Maurerlehre anzuhängen. Das tat ich denn auch (mit dem gleichen Monatslohn, was mir damals ziemlich wichtig schien)! So schloss ich zwei Jahre später meine zweite Lehre als gelernter Maurer ab.

Obwohl mir diese Handwerkszeit viel Freude bereitete, konnte ich mir ein Leben auf dem Bau auch nicht so gut vorstellen. Die Voraussetzungen für die Baufachschule in Aarau waren optimal mit dem theoretischen und dem praktischen Beruf im Vorfeld. Und so schloss ich nach weiteren vier Jahren diese Ausbildung mit dem Diplom als Bautechniker, meinem mittlerweile dritten Beruf, ab…

Dass nochmals ein großer Wechsel bevorstand, hatte mit vielen privaten Erlebnissen und Ereignissen zu tun. Es folgte, nach einer Auszeit und zweijährigem Freiwilligen-Dienst bei Bergbauern, eine Werklehrerausbildung nach. Anschließend erweiterte ich diese letztendlich noch mit einem Kunsttherapie-Studium. Ich machte mich schliesslich 1995, nach drei Jahren in der Psychiatrie und der Arbeit im Drogenbereich, mit einer eigenen Praxis in Basel, selbstständig.

Mit dieser Tätigkeit bin ich an einem wesentlichen Punkt in meinem Leben angekommen. Daraus erwuchsen Themenkomplexe aus der therapeutischen Tätigkeit, die sich immer wieder um Lebens-, Sinn- und Bewusstseinsfragen drehen. Inspiriert wurde ich nach dem großen Wechsel maßgebend von Rudolf Steiner dessen Schriften ich im Alter von 25 Jahren zum ersten Mal, durch Bertold Wulf, begegnete.

Urs Weth

Kontakt: J. J. Balmer-Str. 3, 4053 Basel info (at) wirkstattbasel.ch

Minolta DSC

Veröffentlichungen als Autor:

Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie…

 

Meine Lebens- „Taten“ in Bildern:

 

2 Gedanken zu „Über mich

    1. weth Artikelautor

      Danke Mike! Der Artikel war noch nicht zur Veröffentlichung vorgesehen! Da machte WordPress auf meinem Handy nicht das, was ich ihm befahl…:-). Ich gab ein Datum im Dezember ein zur Veröffentlichung…

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.