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Alles im Fluss

Wir stehen in unserem Leben und im Alltag meistens fest verankert auf der Erde. Sie gibt uns Halt und Struktur und damit auch Sicherheit. Dinge und Vorgänge, die wir kennen, schaffen in uns ein gutes Gefühl der Stabilität. Das ist auch gut so. Alles ist durchaus eine Frage des Maßes. So kann Struktur auch zu Überformung führen. Was vorher nur einfach stabil und gehalten war, kann stur, abgeschlossen und fixiert werden. Die Beweglichkeit und die Lebendigkeit von Prozessen kann ins Stocken. Der Fluss geht verloren.
Hier liegt die wichtigste Kernbotschaft unseres Schiffprojektes. Die einfache Tatsache gegenüber anderen fest stationierten Initiativen liegt in einer simplen Tatsache: das Schiff schwimmt! Das Schiff ist kein verankerter fester Körper, sondern immer in Bewegung. Bewegung braucht aber deshalb noch lange keine Beliebigkeit zu sein. Auch ein Schiff wird gesteuert, hat ein klares Ziel. Es liegt sicher und mit relativer Stabilität im Wasser. Und obwohl es sich stets bewegt, strahlt es eine große Kraft und Sicherheit aus. Übertragen wir dieses Bild nun in unseren Lebensalltag, so stellen wir fest, dass es ein durchaus adäquates Bild in unserer Alltagssituation ist. Leben verhält sich nie anders. Alles Leben verkörpert immer nur eine relative Stabilität. Das Festnageln und Festbinden von Vorstellungen und das Generieren von Prinzipien, ist ein Charakteristikum unseres (kleinkarrierten) Denkens und kein Lebensprinzip.
Dies wird uns oft erst dann schmerzhaft bewusst, wenn wir auf Widerstand stoßen.
Das einzige Prinzip, das muss lediglich erkannt werden, ist das Prinzip, dass es keine Prinzipien gibt, sondern nur immer Möglichkeiten. Aber gleichzeitig muss erkannt werden, das Möglichkeiten auch wiederum nicht Beliebigkeit bedeutet! Dieser Zustand der Beliebigkeit tritt dann ein, wenn das Schiff führungslos geworden ist. Das ist so gesehen der andere Pol der Lebensfeindlichkeit: die Auflösung anstelle der Verhärtung! Die Möglichkeiten sind die Bausteine auf dem (Lebens-) Weg. Dabei navigieren wir fließend (und doch beharrlich) auf ein Ziel hin. Das Ziel muss nicht absolut sein, aber in seinem Kern klar bleiben. Der Kapitän wird sein Schiff nicht in einem anderen Hafen anlegen, wenn er sich das nicht vorgenommen hat. Aber da er niemals alle Bedingungen kennt, die auf seiner Fahrt auftauchen, kann er auch nie ausschließen, dass er doch in einem anderen Hafen landen wird, vielleicht weil ein Sturm sein Vorhaben kreuzt (oder ein Fels!). Wind, Wasser und Wetter sind ebenso unberechenbare und lebendige Prozesse, wie das Leben selbst, ohne zur absoluten Willkür werden zu müssen (immerhin können wir deren Bewegungen ein Stück weit vorhersehen!).
Hier liegt nun der Kerngedanke unseres Schiffprojektes. Die Fähigkeit, beweglich zu bleiben und durch das Leben zu navigieren, ohne seine Ziele aus den Augen zu verlieren. Alles, was wir auf diesem multifunktionalen Schiff bieten wollen, soll in diesen Kontext des Lebendigen gestellt werden. Kunst, Kreativität, Bildung, Kultur, Begegnung, soziales Engagement; sie sollen alle in Beziehung zu diesem Kerngedanken stehen. Das Schiff ist ein mächtiges und stolzes Symbol dafür. Der Raum, welcher dort zur Verfügung gestellt wird, soll ebenso flexibel und multifunktional bleiben, wie auch der Prozess, welcher zur Realisation führen soll, ein flexibeler bleiben wird.
Der Stand der Dinge: die Chance, unser Ziel zu erreichen, ist etwa bei 50% angelangt. Sollte das Wasser und die Bedingungen einigermaßen ruhig bleiben, und sollten wir nicht auf Grund laufen und in Schieflage kommen (ich bin durch aktuelle Umstände gewarnt:-), so bin ich sehr zuversichtlich, dass unser Schiff 2014 in Basel einfahren wird! Ihr könnt unverbindlich und kostenlos, lediglich durch eure Begeisterung, “stille Beobachter“ dieses Projektes werden!
http://www.alles-im-fluss.li

Wer sich für mein Buch “Selbstreflexion als soziale Kernkompetenz” interessiert:

http://www.wirkstattbasel.ch/verlag 

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